[Gemütte/ welches mehr als Wind und See zu fliehen]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Gemütte welches mehr als Wind und See zu fliehen

Und das mich geben lernt der Liebe gutte Nacht

Nicht hoffe daß du mich nachdem ich frey gemacht

Wirst wieder an dich ziehen.

Thöricht muß der Schiffer seyn

Der dem Schiffbruch ist entgangen

Und an einem Felsen-Stein

Noch das zweyte mahl bleibt hangen.

Wer will auff glattes Eiß und deine Worte bauen?

Je mehr man schleust die Hand ie minder man dich hält

Unglücklich wen der Schluß des Himmels hat bestellt

Nach dir sich umzuschauen.

Du bist ihm zur Qual bestimmt

Wie der Stein in Sisiffs Händen

Der wenn er zur Spitze kümmt

Wieder pfleget umzuwenden.

Dein Sinn der ohne Wahl und kurtze Stunden liebet

Hat unter so viel Glutt erstecket meinen Brand

Und mir darvor diß Eiß die Kälte zugewandt

Die meine Brust umgiebet.

Deine Fessel sind entzwey

Deine Ketten sind gebrochen

Hylas ist der Bande frey

Und von Fillis loßgesprochen.

Izt soll ein Lorber-Krantz mein kühnes Haubt umgürten

Und meiner Freyheit Ruhm erhöhn das gantze Rund.

Izt soll mein Palmen-Zweig der Erde machen kundt

Die Schwachheit deiner Myrthen.

Fama gräbt in Marmor ein

Mir zum stetem Sieges-Zeichen

Flammen die ein Hertz bestreichen

Aber ausgeloschen seyn.