Gespräche zwischen dem Filidor und der Sylvia. Aus dem Pays.
F. WArum so gar allein? Geliebte Sylvie!
Gefällt dir dieser pusch mehr als die bunten matten?
S. Ich hielt mit allem fleiß in diesem grünen schatten
Auf meinen Filidor, den ich so gerne seh.
F. Ach wäre dieses so! o wie vergnügt wär ich!
So blühte meine lust, und stürb meine plage.
S. Der himmel weiß gar wohl, daß ich die wahrheit sage;
Allein berichte doch, wie steht es sonst um dich?
F. Meynst du, was mich betrifft? Ich komm itzunder gleich
Aus unsrem dorffe her, du kennst wohl Amarillen:
Die that sehr groß mit mir, doch wider meinen willen,
Ich frage viel nach ihr, und wär sie noch so reich.
S. Ich weiß wahrhafftig nicht, (ich muß es nur gestehn)
Ob dir zu trauen ist. Es könte leicht geschehen,
Du kriegtest anderweit ein ander kind zu sehen,
So schöner wär’, als ich, denn möcht’ ich immer gehn.
F. Befürchte dieses nicht. Du magst gesichert seyn,
Daß Filidor es recht von grund der seele meyne.
Ich liebe keine mehr; ich sterbe blos der deine.
Drum bilde dir von mir nicht so viel arges ein.
Mein geist gelobet dir bey diesen eichen an:
Mein mund soll keinen sonst, als nur den deinen, küssen.
Wenn schon ein engel uns das hertze hat entrissen,
Wer glaubt wol, daß ein mensch es ihm entführen kan?
S. Was aber wilst du denn von meiner armen hand
Vor deine süße treu vor angenehme sachen?
Wie gerne wolt ich dich zu einem fürsten machen;
Allein du siehest wol, ich habe selbst kein land.
F. Ach, Liebste Sylvia! du kanst durch deine hold
Mich über alles glück erhabner fürsten setzen:
Mag doch ein könig sich an gold und perlen letzen;
Dein hertze gilt mir mehr, als perle, land und gold.
S. Ach weh! ich sinck entzückt zu deinen armen hin.
Der himmel leitet mich zu diesem angelsterne.
Nimm alles von mir hin, ich gönne dir es gerne;
Denn dein vergnügen ist mein leben und gewinn.