[Giebt das Verhängnis uns denn keine Zeit zu letzen?]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Giebt das Verhängnis uns denn keine Zeit zu letzen?

Geht also schleunig fort der Reise fester Schluß

Daß meinem Munde kaum verlaubt den lezten Kuß

In das Corallne Paar der Lippen einzuätzen?

O Wort wie Diamant und harter Stahl zu schätzen

Das Hoffnung und Gedult allein erweichen muß!

Doch bringt das Scheiden izt dem Hertzen viel Verdruß

So wird das Wiedersehn uns desto mehr ergötzen.

Indessen lebet wohl ihr treu-geliebten Sinnen!

Es müsse Glück und Zeit zu euren Diensten stehn

Es muß euch zu der Hand Lufft Erd und Himmel gehn

Biß wir uns wiederum mit Freud umfassen künnen.

Schliest eurem Hertzen ein wie ich ein Füncklein Liebe

So bleibet unsre Glutt verwahrt für Zeit und Diebe.