Glaubens Unabläßlichkeit

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Solt sichs noch tausendmal unmöglicher anlassen

ja ich und alls vergehn: noch gleichwol glaub' ich fort.

Ich bind den Hoffnungs Stamm' ans unvergänglich Wort

daß wird mein Glaub' im Tod ja gar im Grab umfassen.

Es hat die güte sich verstricket solcher massen

daß auch die Allmacht selbst findt kein entrinnungs Ort.

Ja sie ist selbst viel mehr der Gnad'-und Warheit Port

und ihrer Hoffnung frucht die wir im Geist offt aßen.

Sie ist vollzieherin des Gnäden-Wunder Schluß:

und wie die Güt der Grund so wenig dieser weichet

so nöthig sie dem Pfad der Warheit folgen muß.

Ob die Regirung schon ob allen urtheiln streichet

dermassen wundert daß sie alle Ziel zerreist;

so siegt aufs herrlichst doch die Warheit in den Geist.