Glückwünschende Ode Bey Hoch Adel. Vermählung Hn. N. v. S. u. Fr. M. N. g. v. F....

By Heinrich Mühlpfort

Was soll ich opffern euren Flammen

Hoch-Edle Zwey in Kindes Pflicht

Die Tugend führet euch zusammen

Und duppelt eurer Liebe Licht

Die Treu verbindet

Den Edlen Muth

Und hat entzündet

So Geist als Blut

In gleicher Glut.

So wird der Ruhm der grauen Ahnen

Und eurer Häuser Ewigkeit

Der Eltern Ehren-Schild und Fahnen

Von allem Untergang befreyt

Weil durch die Liebe

Der Bau der Welt

In stetem Triebe

Sich unterhält

Und nicht zerfällt.

Ich wolte meine Pflicht bezeigen

In angenehmster Zierligkeit:

Es solte nicht mein Mund verschweigen

Die schuldigste Beflissenheit

Wenn nicht die Gaben

Und heisse Brunst

So Tichter haben

In ihrer Kunst

Bey mir umbsonst.

Zudem hab ich die Rosen-Felder

Der Venus niemals angeschaut

Ich kenne nicht die Lorber-Wälder

Wo man dem Phöbus Tempel baut

Der Pierinnen

Jhr Seiten-Spiel

Ist weit von hinnen

Dieweil ihr Ziel

Nicht trifft mein Kiel.

Und mehr: wil Venus eure Myrten

Jtzt selbst mit ihrer Lilgen-Hand

Und Demant-Lichtem Schmuck umbgürten

Der Einigkeiten göldnes Band

Knüpfft beyder Hertzen

Durch reine Treu

Das euren Kertzen

Stimmt zweifels frey

Der Himmel bey.

Wer so das Schloß der Liebe bauet

Das Tugend zu dem Grund-Stein hat:

Auf gleiches Hertz und Sinne schauet

Erreicht des Glückes höchsten Grad:

Sonst ändert alles

Die schnelle Zeit

Und spielt des Balles

Hier trotzt den Neid

Beständigkeit.

Diß ist die

Mit Segen-reichem Uberfluß

Der Himmel ist euch gantz versöhnet

Der Sternen unumbtreiblich Schluß

Hats unterschrieben

Schon in der Höh’

Daß euer Lieben

Kein herbes Weh

Noch Leid angeh’.

Es spinnen euren Lebens-Faden

Die Parcen von dem feinsten Gold!

Der Höchste bleib euch mit Genaden

Jhr mir als Eltern gleichfals hold!

Lebt blühet liebet

Verschmähet nicht

Was übergiebet

Bey diesem Licht

Des Sohnes Pflicht.