Glückwünschende Ode Bey Hoch Adel. Vermählung Hn. N. v. S. u. Fr. M. N. g. v. F....
Was soll ich opffern euren Flammen
Hoch-Edle Zwey in Kindes Pflicht
Die Tugend führet euch zusammen
Und duppelt eurer Liebe Licht
Die Treu verbindet
Den Edlen Muth
Und hat entzündet
So Geist als Blut
In gleicher Glut.
So wird der Ruhm der grauen Ahnen
Und eurer Häuser Ewigkeit
Der Eltern Ehren-Schild und Fahnen
Von allem Untergang befreyt
Weil durch die Liebe
Der Bau der Welt
In stetem Triebe
Sich unterhält
Und nicht zerfällt.
Ich wolte meine Pflicht bezeigen
In angenehmster Zierligkeit:
Es solte nicht mein Mund verschweigen
Die schuldigste Beflissenheit
Wenn nicht die Gaben
Und heisse Brunst
So Tichter haben
In ihrer Kunst
Bey mir umbsonst.
Zudem hab ich die Rosen-Felder
Der Venus niemals angeschaut
Ich kenne nicht die Lorber-Wälder
Wo man dem Phöbus Tempel baut
Der Pierinnen
Jhr Seiten-Spiel
Ist weit von hinnen
Dieweil ihr Ziel
Nicht trifft mein Kiel.
Und mehr: wil Venus eure Myrten
Jtzt selbst mit ihrer Lilgen-Hand
Und Demant-Lichtem Schmuck umbgürten
Der Einigkeiten göldnes Band
Knüpfft beyder Hertzen
Durch reine Treu
Das euren Kertzen
Stimmt zweifels frey
Der Himmel bey.
Wer so das Schloß der Liebe bauet
Das Tugend zu dem Grund-Stein hat:
Auf gleiches Hertz und Sinne schauet
Erreicht des Glückes höchsten Grad:
Sonst ändert alles
Die schnelle Zeit
Und spielt des Balles
Hier trotzt den Neid
Beständigkeit.
Diß ist die
Mit Segen-reichem Uberfluß
Der Himmel ist euch gantz versöhnet
Der Sternen unumbtreiblich Schluß
Hats unterschrieben
Schon in der Höh’
Daß euer Lieben
Kein herbes Weh
Noch Leid angeh’.
Es spinnen euren Lebens-Faden
Die Parcen von dem feinsten Gold!
Der Höchste bleib euch mit Genaden
Jhr mir als Eltern gleichfals hold!
Lebt blühet liebet
Verschmähet nicht
Was übergiebet
Bey diesem Licht
Des Sohnes Pflicht.