Glückwünschung, da Se. Churfürstl. Durchl. Unser gnädigster Herr das 37. Jahr Ih...

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Nimm, O Churfürst, Dir die Zeit,

Thu nur jetzund an die Seit

Des verwirrten Krieges Sorgen,

Dieser Tag, so Dich der Welt

Und Dich uns geschenckt, O Held,

Die gewünschte Stund' ist morgen.

Auff, mach' Anstand selbst mit Dir,

Gib dem Tage seine Zier,

Der von keiner Noht wil wissen,

Sondern sich mit Danck allein,

Welcher Gott genehm kan seyn

Und mit Frölicheit wil schliessen.

Sey uns gnädig, gönn dein Ohr

Unsrer Musen hellem Chor,

Die schier mit dem Tode ringen,

Aber Deinetwegen itzt

Sich erholen, und erhitzt

Gott für Dich ein Opffer bringen.

Ihrer Stimmen Werck und Ziel

Das bist Du und Carl Aemil,

Welche wir zugleich erheben,

Weil des weisen Himmels Schluß,

Dem sein Werck bekant seyn muß,

Ein Geburts-Fest Euch gegeben.

Wir gestehen, Herr, daß Du

Seyst nechst Gott noch unsre Ruh'

Und vom Himmel uns erkohren,

Seyst der Ancker unserm Boht,

Sonderlich in dieser Noht,

Denn ohn Dich sind wir verlohren.

Leb' uns, sprechen wir zu hauff,

Weil die Sonn' hält ihren Lauff

Und die Sterne sich bewegen,

Müsse deines Samens Hand

Herrschen über Leut' und Land

Und empfinden Macht und Segen.

Auch Loysa, deine Rast,

Sampt der Mütterlichen Last

Müsse sich wolauff befinden,

Schrecken, Fall und Traurigheit

Bleibe fern, daß ihre Zeit

Sie in Freuden mög' entbinden.

Dieses wünschen in gemein

Arm und Reich und Groß und Klein

Und diß edle Stück daneben,

Daß dein Helden-fester Sinn

Bald leg' alle Waffen hin

Und uns schencke Fried' und Leben.

Laß Dir doch zu Hertzen gehn

Unsre Noht, darin wir stehn!

Zwar ein Held liebt Schlacht und Kriege

Und sucht also Ruhm und Ehr',

Aber ein Fried' ist weit mehr

Als viel hundert tausent Siege.