Gott so wohl im Kleinen, als im Großen, groß.
Gott läßt, dergestalt, im Großen seiner Allmacht
Stralen scheinen,
Daß er kleiner nicht im Kleinen:
Das, was klein, ist, nach dem Umfang und nach seinen
eignen Größen,
Die so gar gering und winzig, eigentlich nicht abzumessen;
Sondern, nach der weisen Allmacht dessen, dem es einerley,
Ob ein Erdenkreis erschaffen, ob ein Staub bereitet sey.
Eben der, der eine Blume bildet, formet, färbt und zieret,
Hat den großen Sonnenkörper zugerichtet und formiret:
Eben der, der einen Engel in dem Reich des Lichts gemacht,
Hat auch diesen kleinen Wurm auf der Welt hervorgebracht.
Es kann auch die größte Größe Gott so wenig Ehre geben,
Noch (da für ihn nichtes groß) seine wahre Größ’ erheben;
Als, die allerkleinste Kleinheit, die er einem Stoff be-
stimmt,
Seiner allgemeinen Vorsicht, Lieb und Allmacht etwas
nimmt.
Ja, wir sind fast, durch die Kleinheit, zur Bewundrung
mehr bewogen,
Da die Wunderkunst im Kleinen unsern Augen fast ent-
zogen,
Und nur bloß ein geistger Blick, was für Größ im Kleinen
steckt,
Mit erstaunendem Bewundern, unserm Gott zum Ruhm,
entdeckt.