Gottes Grösse aus Seinen Wercken.

By Barthold Heinrich Brockes

Auf! lasset uns dasjenige, was schön,

Was angenehm und herrlich auf der Welt,

In GOTTES Creatur, uns vorgestellt,

Mit aufmercksamen Augen sehn!

Die blaue Lufft, die grüne See,

Der Bluhmen Schmuck, der Berge Höh’,

Das holde Prangen bunter Felder,

Die Anmuth-mehr als Schatten-reichen Wälder,

Das Firmament, der Mond, der Sonnen Licht und Flam̃en,

Die zeigen offenbar, daß ihrer Schönheit Pracht,

Weil nichts sich selber macht,

Aus GOTT allein entstanden sind, und stammen.

Wenn wir nun alles dieß verbinden

In eine Macht, und solche Macht bedencken,

In welcher alles dieß gewesen,

So werden wir solch eine Grösse finden,

Wobey uns hier Verstand, sammt hören, sehn,

Verschwinden und vergehn.

Ja wie viel grösser wird annoch des Schöpfers Grösse,

Wenn eine Zahl, die alle übersteiget,

Von solchen Welten sich an Aug’ und Seele zeiget!

Noch mehr, was ausser dieser Gröss’ und Macht

Annoch für andere Vollkommenheiten,

Vortrefflichkeit- und Fähigkeiten

In andern Welten noch hervor gebracht,

Zeigt den darob erschrockenen Gedancken

Ein’ Allmacht, sonder End und Schrancken.