Gräntzen der Vernunft.
So bald ein Feuer-reicher Geist sich auf ein tieffes
raisoniren,
Und von
Mit angespannten Kräften leget; begiebet er sich auf ein
Meer,
Wo Zweifels-Wirbel, Meynungs-Wellen, ihn unaufhör-
lich hin und her
In stetem Jrthum schlenckern werden; wo Vorurtheile
sich bemühn,
In tausend Boden-losen Strudeln, ihn in des Abgrunds
Gruft zu ziehn.
Will er nun nicht der Seelen Ruh, die Seele, ja, fast
Gott, verlieren,
(wie, wenn er sich auf eigne Kräfte verlässet, leider
oft geschicht,)
So wehl’ er in der Finsterniß nur blos die Demuth sich
zum Licht.
Nur die allein kann unverletzt ihn in den sichern Haven
führen.
Ich hab’ es, GOtt sey Danck, erfahren, was, wenn ich
sonst versuncken wäre,
Sie mir vor Hülf’ und Rath geschafft. Durch diese sanft’
und wahre Lehre:
Wer bist du? was ist dein Verstand? ist er von solcher
Schärff' und Kraft,
Daß er das innerste der Dinge, des Geists, der Cörper
Eigenschaft
Und die Natur zu fassen fähig? GOtt hat ihn dir in die-
sem Leben
Gewiß in einem reichen Maaß und in so hohem Grad ge-
geben,