Gruss in die Ferne.

By Gotthard Ludwig Kosegarten

Woher, o laues Wehen,

Das schmeichelnd um mich kost?

Streifst du von Jasmunds Höhen

Daher aus fernem Ost?

Verschönt das Land der Hünen

Nicht itzt Elwinens Fuss?

Ach bringst du von Elwinen

Mir etwa süssen Gruss?

Flog sie vielleicht den Hügel

Der

Und staunt den Lasurspiegel

Des Meers anbetend an?

Sieht sie im Abendschimmer

Ihr heimisch Wittow glühn,

Und fern im Spatrothschimmer

Arkona Funken sprühn?

Ich seh', ich seh' die Holde

In ihrer Schönheit Licht.

In Hespers mattem Golde

Wie glänzt ihr Angesicht!

Schwer rollen ihre Locken.

Wild schwirrt des Huthes Band.

Gleich frischgefallnen Flocken

Fliesst blendend ihr Gewand.

Im Hauch der Abendkühle,

Im sanften Abendlicht,

Verklärt vom Hochgefühle,

Wie strahlt ihr Angesicht.

In ihren Wimpern zittert

Der Rührung heil'ger Thau,

Und eine Thrän' umflittert

Der Augen heitres Blau.

Zurück, o schmeichelnd Wehen,

Das freundlich um mich kost!

Zurück zu Jasmunds Höhen,

Zum sanftgefärbten Ost!

Berühr' Elwinens Wange

Mit leichtem Zephyrkuss,

Und flüstr' ihr leis' und bange:

Es ist des Dichters Gruss!