H. M.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ach lache nicht du preiß der damen

Daß deine gunst ein knecht begehrt

Mein feuer das der busem nährt

Führt von der tugend seinen saamen.

Was schadt es daß ein dorn sich um die rose flicht

Und in der stoltzen lust die rothe blätter bricht.

Wahr ists ich habe mich verstiegen;

Doch weil die lieb ein feuer ist

Das sich in keinen kercker schliest

Kan es wohl an den himmel fliegen:

Du bist mein himmel nur dein auge ist der pol

Dahin mein hertze sich auf ewig lencken soll.

Du sprichst wo weisse liljen blitzen

Da darff kein wilder schwartz-dorn stehn:

Wo aber bunter tausendschön

Pflegt keine nessel nicht zu sitzen.

Wohl! aber dennoch deckt die zwiebel schwartzer sand

Und ihre zierde bricht des gärtners treue hand.

Ich weiß du wilt mit deinen dingen

Vortrefflich weit und hoch hinauß:

Laß ich mich nun zu weit heraus

Und werde es zu wege bringen

So bleibt mir doch der ruhm daß nur ein himmels-kind

In reiner liebe mich hat gegen dich entzündt.

Verhärtst du aber deine sinnen

Und wilst ein alabaster seyn

So gönne mir zum leichen-stein

Dein hertze wenn ich muß von hinnen

Und schreibe diese schrifft mit stahl und eisen an

Wo anders auch ein stahl dein hertze zwingen kan.

Adanis konte sonst nicht lieben

Als was der himmel selber liebt;

Was einem steten nahmen giebt

War nur sein eintziges vergnügen:

Deswegen als er fiel so konte nur allein

Vom himmel dem er gleich sein letztes fallen seyn.