Hat das verhängniß

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Hat das verhängniß mir den steg zu dir verzehrt

Kan ich o Göttin! nicht dein rein altar berühren

Soll auf dein heiligthum ich keinen finger führen

So hat mir doch die pflicht noch keine zeit verwehrt.

Mein geist muß opfer seyn mein hertze wird der herd

Ich thue was ich kan und was sich wil gebühren

Ich weiß du wirst itzund mehr als genug verspüren

Was vor ein reiner dampf zu deinem throne fährt.

Ich ehre dich allhier zwar ohne licht und kertzen

Durch einen heissen trieb aus einem reinem hertzen

Die flamme brennet zwar itzt durch verdeckten schein

Und beug ich keine knie so beug ich das gemüthe

Acht wörter rühren mir itzunder mein geblüte:

Die Gottheit wil geehrt und nicht geschauet seyn.