Helden-Ruhm Hn. M. v. H. den 31. Julii 1667.

By Heinrich Mühlpfort

Es sollen Held dein Grab die Thränen nicht entweyhen

Und ein betrübtes Ach dem Sarch beschwerlich seyn.

Es wird dir keine Hand hier Nelck’ und Lilgen streuen;

Denn Buhler scharret man in solches Blumwerck ein.

Es darff kein Klage-Weib ein traurig Winseln führen

Der Lydier ihr Thon der wird hier nur verlacht.

Wer deine Bahre will nach den Verdiensten zieren

Der schaffe daß die Grufft von Blitz und Donner kracht.

Der Fahnen freyer Flug die hagelnden Musqueten

(klang

Der Drommeln rauher Thon der Spieß- und Schwerter-

Granaten in der Lufft und Schloossen aus Falckneten

Die stimmen

Bello na hat sich selbst in blancken Stahl geschlossen

Und will die letzte Pflicht dir ihrem Sohne thun:

Und Helden die ihr Blut vors Vaterland vergossen

Läßt dieser Trauer-Dienst nicht in den Gräbern ruhn.

Wich dünckt Arminius der Kern von Teutschen Rittern

Erscheint in der Gestalt wie er die Römer schlug:

Und dorten seh ich auch sich den Tuisco wittern

Der tausendfachen Raub von seinen Feinden trug.

Jhr’ Augen fünckeln noch und brennen voller Flammen

Der Mund bricht auf alt Teutsch in solche Worte loß:

Der Ahnen feurger Geist muß auch auf Söhne stammen;

Zu unsrer Nachwelt Ruhm wuchs uns das Hertze groß.

Das Fell von einem Thier so wir zu erst geschlagen

Die Kolbe so da hat die eigne Hand geschnitzt

Und Wunden auf der Brust die wir mit Lust ertragen

Die haben Kinder euch die Gräntzen stets beschützt.

Die Faust war nur gelehrt den Streich wol zu vollführen

Der Thaten Tapfferkeit schrieb keiner an die Wand.

Rom zwang den Kreiß der Welt und konte triumphiren

Doch niemahls über uns und über unser Land.

Ach hätte doch der Arm der sich in Blut gewaschen

Die Feder auch so wol als Spieß und Schwerdt gebraucht!

Viel Helden legen nicht vergessen in der Aschen

Es wär’ ihr wahrer Ruhm nicht in der Lufft verraucht.

Jedoch die Tapfferkeit blüht noch in unsern Erben

Der angebohrne Muth steigt Cedern gleich empor

Und läst den Sieges-Krantz der Väter nicht verderben

Er thut sich noch vielmehr als wie ein Löw hervor.

Was unsern Schatten jetzt hat an das Liecht getrieben

Was aus der Gruben hat die Geister aufgeweckt

Diß ist des

Und dessen werthes Grab mit Lorbern man umbsteckt.

Wir wissen wie er bald von zarten Kindes-Beinen

Sein hurtiges Gemüth und Hertze sehen ließ.

Er gieng nach Adlers-Art wo Ehren-Sonnen scheinen

Ob schon manch rauher Wind ihm in die Augen bließ.

Sein erste Krieges-Schul ist

Und

Die Nachwelt wird noch mehr von frischen Thaten lesen;

Wir hörten sein Gewehr auch klingen umb den Rhein;

Und sahen hoch erfreut zum

Und wie er mit Verstand den Knechten Ordre gab:

Wie weder Muth noch Blut noch Rathschlag ihm gefehlet

Das Vortheil seinem Feind bey Speyr zu rennen ab.

Ja unsre Kronen sind durch ihn vollkommen worden:

Die Plätz’ auf welchen er so ritterlich gekämpfft

Bewohnten weiland wir doch unter Raub und Morden

Biß der der uns so hart verfolgte ward gedämpfft.

Die unverrückte Treu und unermüdet Wachen

Die Dienste so er hat dem Vaterland gethan.

Die lassen uns allhier nicht viel Gepränge machen

Weil unser Mund auch nicht recht zierlich reden kan.

Ein Teutsches Helden-Lied wie wir im Lager sungen

Klingt nun die Sprache steigt in zarten Ohren nicht;

Zu dem grünt

Und seine Wercke krönt ein ewiges Gerücht.

So schloß der Fürsten Mund: und sie umbgab ein Reyen

Von Siegern derer Haupt mit Palmen war bekräntzt:

Willkommen tausendmahl fieng jeder an zu schreyen

Willkommen Held der nun bey unsern Sternen gläntzt.

Dein Grabmahl soll auch hier nicht ohne Zierath bleiben

Wir pflantzen dir zum Ruhm Spieß Lantze Helm und

Wir wolln in deinen Schild auch neue Thaten schreiben

Und was nur Kriearisch heist sey dir hiermit gewehrt.

Auf! ihr Soldaten! auf! last euren Donner hören!

Nur nicht ein Klaggeschrey denn das kommt Welbern zu.

Jhr werdet euer Haupt stillschweigend besser ehren

Frolocket eurem Held nach Streit hat er jetzt Ruh.

Sie schwinden: Und mir fällt ein Nebel vors Gesichte

Ich höre Knall auf Knall der durch die Lüffte brüllt.

Will meine Clio fliehn? Ersinnt sie kein Getichte

Das wegen deß Verlusts das Trauren etwas stillt?

Nein. Denn wer also fällt stirbt unter Ehren-Kronen.

Der mitten im Beruff die Seele von sich bläst

Umb dessen Grab kan nichts als Ruhm und Hoheit wohnen

Und oben fühlt der Geist des Himmels Freuden West.

So bleibt auch bey der Welt ein rühmlich Angedencken;

Der lobt den frischen Muth und der die Redligkeit.

Denn Tugend lässet sich nicht in das Grab versencken

Noch daß der Jahre Hand mit Schimmel sie bestreut.

Wir legen nu den Rest des Cörpers in die Erden

Und dürffen nicht bemüht umb theuren Marmel seyn.

Der Ruhm fährt durch die Welt auff weissen Sieges-Pferden

Und