Herbst-Betrachtung.
Auf! laßt uns, unserm GOtt zu Ehren,
Der Erden
In Gärten, Feld-und Wälder gehn;
Es wird gewiß sein Lob vermehren!
Kann man wol sonder Lust erblicken,
Wie sich anjetzt, mit neuer Zier,
Und neuen Farben, dort und hier,
Der feuchten Erde Flächen schmücken?
Wenn Laub und Schatten dünne werden
Erhöht und mehrt sich überall,
Auch selber bey der Blätter Fall,
Der sonst nur grüne Schmuck der Erden
Es ändrn sich anjetzt die Wälder;
Das Grün ist nicht mehr allgemein;
Es funckeln jetzt in buntem Schein
Der Bäume Gipfel, Garten, Felder.
Ein Baum, wenn ihn, im frohen Lentzen,
Der Sonnen güldnes Licht bestrahlt,
Ist durch ein röhtlich Gelb bemahlt;
So sieht man jetzt die Bäume gläntzen.
Jetzt scheinen die gefärbten Blätter
Und irher Wipfel röhtlich Grün,
Als wenn die Sonne sie beschien,
Auch selbst bey einem duncklen Wetter.
Wenn auch die Schatten alles drücken
Und überziehen; sieht man sie,
Doch mit gedämpfter Harmonie,
Mit bunter Glut die Felder schmücken.