Herbst

By Hermann Conradi

Written 1876-01-01 - 1876-01-01

Der frischgedüngte Acker stinkt herüber;

Braunrotes Land nickt über die Stackete,

Die letzten Astern kümmern auf dem Beete –

Und täglich wird der Himmel trüb und trüber.

Aus der Spelunke jagte mich das Fieber

Und warf auf meine Backen grelle Röte.

Wie sie heut wieder brünstig küßte, flehte:

Ich möchte wiederkommen! Viel, viel lieber

Sei ihr die Nacht! ... Denn, wär' der Tag zu Rüste,

Dann sprängen heißer all die süßen Lüste

Und süßer sei das Indenarmenliegen! ...

Der frischgedüngte Acker stinkt empörend, –

Doch ist sein Stunk nicht grade unbelehrend:

Nur wer das Leben überstinkt, wird siegen!