Herbstmorgen

By Theodor Fontane

Written 1841-01-01 - 1841-01-01

Die Wolken ziehn, wie Trauergäste,

Den Mond still – abwärts zu geleiten;

Der Wind durchfegt die starren Äste,

Und sucht ein Blatt aus beßren Zeiten.

Schon flattern in der Luft die Raben,

Des Winters unheilvolle Boten;

Bald wird er tief in Schnee begraben

Die Erde, seinen großen Toten.

Ein Bach läuft hastig mir zur Seite,

Es bangt ihn vor des Eises Ketten;

Drum stürzt er fort und sucht das Weite,

Als könnt' ihm Flucht das Leben retten.

Da mocht' ich länger nicht inmitten

So todesnaher Öde weilen;

Es trieb mich fort, mit hast'gen Schritten

Dem flücht'gen Bache nachzueilen.