[Herr, wir wallen sämptlich dir]

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Herr, wir wallen sämptlich dir,

Weil der Leib uns hält umbschlossen,

Denn wir sind dir beydes hier

Frembd' und Reichsgenossen,

Vnsers kurtzen Wandels Lauff

Steht hinauff

Da wir her entsprossen.

Sey du beydes Licht und Stab

Durch dein Wort auff unsern Wegen,

Wend der Feinde Bosheit ab,

Die uns Stricke legen,

Laß sich deiner Engel Schar

Immerdar

Trewlich umb uns regen,

Bis wir selig durch den Tod

Vnsre Bürger-Stadt erreichen,

Da uns weder Gram noch Noht

Ewig wird bestreichen,

Da, was hier uns immer irrt,

Alles wird

Von uns müssen weichen.

Vnsre Stadt, die deine Hand

Selbst so herrlich auffgeführet,

Da man keiner Sonnen-Brand

Vnd kein Mond-Licht spüret,

Weil dein Herrlicheit allein,

Sie mit Schein

Vnvergleichlich zieret.

Ihre Gassen sind Cristall,

Ihrer Thöre zwölff erhöhet,

Aber Perlen allzumal,

Ihr Gebäw bestehet

Klar aus Golde, dessen Preiß

Was man weiß

Weit weit übergehet.

Herr, wir sehnen da uns hin,

End uns dieses Pilger-Leben,

Laß von hier sich unsern Sinn

Stets hinauff erheben,

Bis nach unserm Tode wir

Gar bey Dir

Ohn auffhören schweben.