Herrn Hanns Friderichs von Schweinitz/Chur-Fürstl. Sächß. Obrist-Lieutenants
Written 1672-01-01 - 1672-01-01
Was nuzt die Tapfferkeit was hilfft der freye Mutt
Nun Schwartzens schwartze Kunst mit Rauch und Nebel spielt
Nach Meuchelmörders Art auff frische Helden zielt
Und offt ein feiger Knecht erlegt das kühnste Blutt?
Nun unter Wolck und Dampff der Büchsen und Granaten
Verborgen müssen seyn die besten Helden-Thaten?
Ich eines Helden Sohn hab als ein Held gelebt;
Das Kriegs-Spiel war mein Spiel von zarter Jugend an:
Ich lieff mit Freudigkeit die strenge Ritter-Bahn
Auff der des Adels Fuß nach wahrer Ehre strebt.
Mein Feld-Herr hat erkennt mein Feind hat selbst gepriesen
Wie ich in Stadt und Feld mich unverzagt erwiesen.
Vors Vaterland hab ich mein Leben auffgesezt:
In meinen Diensten ward noch Schweiß noch Blutt geschont
Biß mir ein früher Todt wie andern Helden lohnt
Und mein bekröntes Haubt ein harter Schuß verlezt
Doch must ich noch den Sieg mit eigner Faust erlangen
Mein Feind ist vor im Tod ins Leben ich gegangen.
Streut Palmen um mich her und nicht Cypressen aus!
Mein Bruder starb von Hitz ich durch erhiztes Bley:
Gleich ist der Ruhm und Tod die Art nicht einerley.
Die Tugend nicht die Zahl erhält erhöht das Hauß.
Wer deutsch Geblütte führt wird mich an Frantzen rächen
Und Lorbern auff mein Grab in ihren Gärten brechen.