Himmel und Erde

By Gottfried August Bürger

Written 1782-01-01 - 1782-01-01

In dem Himmel quillt die Fülle

Heiß ersehnter Seligkeit.

Ich auch, wär' es Gottes Wille,

Tränke gern aus dieser Fülle

Labsal für der Erde Leid;

Für den Wurm, der meiner Tage

Rosenblüte giftig sticht;

Dessen Schmerz ich in mir trage,

Den ich Arzt und Priester klage:

Aber ach! das hilft mir nicht.

Längst sind über Thal und Hügel

Alle Freuden mir entflohn.

Lahm sind meiner Hoffnung Flügel.

Rauher Hindernisse Hügel

Sprechen selbst den Wünschen Hohn. –

Dennoch setzt' ich auch auf Erden

Gern noch fort den Pilgerstab.

Sollte Molly mir nur werden,

Trüg' ich aller Welt Beschwerden

Noch den längsten Pfad hinab.