Himmelstrauer

By Nikolaus Lenau

Written 1829-01-01 - 1829-01-01

Am Himmelsantlitz wandelt ein Gedanke,

Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;

Wie auf dem Lager sich der Seelenkranke,

Wirft sich der Strauch im Winde hin und her.

Vom Himmel tönt ein schwermutmattes Grollen,

Die dunkle Wimper blinzet manches Mal, –

So blinzen Augen, wenn sie weinen wollen, –

Und aus der Wimper zuckt ein schwacher Strahl. –

Nun schleichen aus dem Moore kühle Schauer

Und leise Nebel übers Heideland;

Der Himmel ließ, nachsinnend seiner Trauer,

Die Sonne lässig fallen aus der Hand.