Hochsommer

By Paul Heyse

Written 1872-01-01 - 1872-01-01

Im Föhrenwald wie schwüle!

Kein Vogel singt im Feld.

Das Reh aus grünen Schatten

Sieht träumend in die Welt.

Am Waldrand fährt ein Wäglein,

Hat eben Raum für Zwei.

Der Kutscher, das Pferd und die Peitsche

Nicken schläfrig alle drei.

Ein altes verstaubtes Leder

Ist über den Sitz gespannt,

Darunter ducken zwei Leutchen

Geschützt vorm Sonnenbrand.

Sie schaun sich an verstohlen

Und fragen dem Schlaf nichts nach.

Sie flüstern und lachen und kosen –

Ei sage, was hält sie wach?