Hochzeit Reimen An Herrn D. Conradum de Spina.

By Martin Opitz

Das tägliche geschrey wie es gemeiniglich pflegt

Hat euch auch offte vil der Weiber angetragen

Bald

Als ob Natur an sie allein all Kunst gelegt.

Bald

Das Leben hett vnd nicht vil mehr das Weib von jhme

Bald

Als wen

Bald andere als die vielleicht von hohem Stamm

Vnd durch die einer könt zu grossen Ehren kommen

Als ob der Mann vom Weib jemahls sein Ehr genommen

Vnd nicht das Weib vom Mann. Euch Klügling bin ich gramm

Die jhr wohl sagen dörfft auß eingebildtem wahn

Die so jhr einem lobt die sey jhm strack beschert

Als ob in Gottes Rhat jhr gar gestiegen wehrt

Vermeint was euch gefellt gefall gleich jederman

Vnd wist doch nit was der dem jhr beyrathen wolt

In seinem Hertzen findt. Eim diß vnd jenes rathen

Ist kein schwer arbeit nicht; daß aber werd gerathen

Da ist niemandt der sich darfür verbürgen solt.

Herr

Habt bey euch selbst gesucht was euch doch möchte gleichen

Darumb jhr ohne müh gefunden ewres gleichen

Vnd habt an ewrer Braut ewr Braut an euch genug.