Hochzeit-Scherz

By Andreas Gryphius

Written 1640-01-01 - 1640-01-01

Weil bey Flammenreichen Kriegen

Phabus Künste gar erliegen

Hat sich unser Freund bedacht

Und giebt Büchern gute Nacht.

Wer wolt auch wol hier studiren

Wo man nur pflegt einzuführen

Leinwand Wolle Korn und Waltz

Ochsen Grötzer-Bier und Saltz?

Wie man mir gewiß wil sagen:

Hat sich noch für wenig Tagen

Der uns Bücher trug hervor

Weg gemacht durchs Polnsche Thor

Weil er nichts denn nur Donaten

Büchlein wie man ein soll rathen

Eulen-Spiegel A.B.C.

Hat verkauffet je und eh.

Warum solte denn zum Weben

Sich nicht unser Freund begeben?

(Wäben schafft uns Brod ins Hauß

Bücher kauffen trägt es rauß.)

Wenn zumahl der der ihn lehret

Wird von jederman geehret

Und die goldne Kunst versteht

Dir da nicht nach Brodte geht.

Kan es einer darzu bringen

Daß er mag mit Jungfern dingen

Wieviel Jahr er lernen soll

Basta der befindt sich wol.

Diß Glück hab ich recht vernommen

Ist euch jetzt zu Hause kommen

Wehrter Freund mein ander Hertz

Offt mein Trost in meinem Schmertz.

Ey greifft weil sie kommt gefahren

Die Gelegenheit bey Haaren

Andre mögen müßig stehn

Oder Gassen treten gehn.

Schreckt nicht für den Wäber Körben

Wer was redlichs wil erwerben

Trägt diß offt mir Körben ein

Was zu Fudern kan gedeyn.

Wird die euch soll unterrichten

Können recht die Werffte schlichten

Wird die Schütz euch läuffig seyn

Tragt ihr saubre Faden ein.

Wenn auch das Gezöh recht feste

Ey so webet ihr auffs beste

Bilder Vögel See und Land

Trotz Gevatter Grantzes Hand.

Wolt ihr ausgelernet kriegen

Wäbt ein Kindlein in der Wiegen

Eine Wöchnerin ins Bett

Loßgesagt geht ihr; Ich wett.