Hochzeit-Scherz
Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Weil bey Flammenreichen Kriegen
Phabus Künste gar erliegen
Hat sich unser Freund bedacht
Und giebt Büchern gute Nacht.
Wer wolt auch wol hier studiren
Wo man nur pflegt einzuführen
Leinwand Wolle Korn und Waltz
Ochsen Grötzer-Bier und Saltz?
Wie man mir gewiß wil sagen:
Hat sich noch für wenig Tagen
Der uns Bücher trug hervor
Weg gemacht durchs Polnsche Thor
Weil er nichts denn nur Donaten
Büchlein wie man ein soll rathen
Eulen-Spiegel A.B.C.
Hat verkauffet je und eh.
Warum solte denn zum Weben
Sich nicht unser Freund begeben?
(Wäben schafft uns Brod ins Hauß
Bücher kauffen trägt es rauß.)
Wenn zumahl der der ihn lehret
Wird von jederman geehret
Und die goldne Kunst versteht
Dir da nicht nach Brodte geht.
Kan es einer darzu bringen
Daß er mag mit Jungfern dingen
Wieviel Jahr er lernen soll
Basta der befindt sich wol.
Diß Glück hab ich recht vernommen
Ist euch jetzt zu Hause kommen
Wehrter Freund mein ander Hertz
Offt mein Trost in meinem Schmertz.
Ey greifft weil sie kommt gefahren
Die Gelegenheit bey Haaren
Andre mögen müßig stehn
Oder Gassen treten gehn.
Schreckt nicht für den Wäber Körben
Wer was redlichs wil erwerben
Trägt diß offt mir Körben ein
Was zu Fudern kan gedeyn.
Wird die euch soll unterrichten
Können recht die Werffte schlichten
Wird die Schütz euch läuffig seyn
Tragt ihr saubre Faden ein.
Wenn auch das Gezöh recht feste
Ey so webet ihr auffs beste
Bilder Vögel See und Land
Trotz Gevatter Grantzes Hand.
Wolt ihr ausgelernet kriegen
Wäbt ein Kindlein in der Wiegen
Eine Wöchnerin ins Bett
Loßgesagt geht ihr; Ich wett.