Hoffnung und schickung.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Der himmel wirckt mir lauter ungelücke

Mein hoffen ist das lust-spiel seiner macht

Den vorsatz treibt offt nur sein schluß zurücke

Den hoffnung schon in guten stand gebracht.

Die schickung schlägt mein schiffchen bald zurücke

Das hoffnung doch bließ in die hohe see:

Die hoffnung gab die wärmsten sonnen-blicke

Und schickung macht aus wärme kält und schnee.

Die schickung machts daß ich die seegel streiche

Die hoffnung erst mir spannte glücklich auf.

Die schickung fügts daß ich lavirend weiche

Da hoffnung schon mir gab geraden lauf.

In hoffnung lief mein schifchen sonder stranden

Und schickung wirffts auf kiß und unglücks-sand

In hoffnung war ich ausser kett und banden

Und schickung legt mich unter feindes hand.

In hoffnung muß mir ieder caper weichen

Die schickung fügts daß dieser kommt empor

Die schickung weist mir der Helenen zeichen;

In hoffnung schien mir Pollux und Castor.

Die schickung blitzt mit nichts als ungewittern

Und hoffnung sprach daß alles helle sey;

Durch schickung muß mein flüchtig schiff zersplittern

In hoffnung gieng ich klipp und felß vorbey.

Die hoffnung reitzt mich freudig anzulenden

Die schickung will daß ich zurücke muß.

Kurtz: schickung muß der hoffnung hülffe senden

Sonst wird zuletzt auch hoffnung zum verdruß.