Homo pulvis & umbra. Der Mensch gleicht Staub und Schatten.

By Johann Justus Ebeling

Ich bin ein Mensch, ein dünn gewebter Schatten,

Ohn allen Wiederspruch kan ich

Heist es nicht in der Schrift,

daß

Aus einer rothen Erd den Leib

Nicht Adam nur allein, wir sind ja allzusammen,

Nichts als ein eitler Staub; weil wir daraus her-

Hebt sich die Sonn hinweg; so fliegt der Schat-

Ein schönes Ebenbild! so gehts den Menschen auch;

Ist er zuvor aus Erd, durchs Schöpfers Macht

Nun stirbt er, und scheint uns, als wie ein Dunst

Regt sich der Menschen Leib, der Seelen leimern

In einem Augenblik bläst er den Odem aus.

Krönt dich o Mensch! ein Glük; so siehe zu der

Hier siehst du, was du bist und was du bald must

Sieh stets die Erde an, die deine Mutter ist;

Träumt dir ein Schattenbild: Denk daß du solches

Und überlege stets; so leicht ein Staub verwehet,

Reist auch dein leimern Haus, das wie ein Staub

Traum, Schatten fliegen fort; Es läst dies Sin-

Zur Lehre dir zurük: