H.S.

By Felix Dörmann

Written 1857-01-01 - 1857-01-01

Wenn Deiner Lieder dunkelwarme Laute

Wie Glockentöne weich ans Herz mir drangen,

Bis meiner Seele starre Hüllen sprangen

Und Thrän' auf Thräne trotzig niederthaute,

Und wie ich dann in wonnig-süßem Bangen,

In heiliger Scheu zu athmen kaum mich traute,

Nach Deinen Lippen sehnsuchtsvoll nur schaute

In unersättlich seligem Verlangen – –

O, wer vergäße jemals dieser, Tage,

Wo sich Natur und Kunst so schön verbunden,

Wo leis' und leiser klang die tiefe Klage,

Und milder schmerzten ewig-off'ne Wunden,

Wo sich gestählt mein Herz, das lebenszage,

Für neuer Kämpfe schicksalsschwere Stunden.