Hundspossen

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

So will ich auch daß meine lieder

Du hingelegter Rodomont

Dem glut und muth in augen stund

Besingen deine kalten glieder.

Nur klag ich daß kein harzicht schwein

Hat sollen dein geferte seyn

Und neben dir sich strecken müssen

Daß dein und deines feindes blut

Nicht schäumig soll zusammen fliessen

Und roth besiegeln deinen muth.

Doch weil du schienst zu seyn gebohren

Um Jupiters gezelt zu stehn

Und durch sein donnerreich zu gehn

Ward dir ein donner-tod erkohren

Ein donner so aus eisen kracht

Den schwefel und salpeter macht

Wenn hitz und kält einander fliehen

Schlug dein geschicktes haupt entzwey

Wir aber wollen uns bemühen

Daß deiner unvergessen sey.

Kommt ihr bekanten höllen-hunde

Die kleinen reckel ruff ich nicht

Den krafft und würdigkeit gebricht

Heult eyfrig aus dem tieffen schlunde

Heult traurig durch die gantze nacht

Biß daß der himmels-hund erwacht

Von dem die heissen tag entspriessen.

Ich weiß er heult so gut als ihr

Daß sich der bär wird fürchten müssen

Und neben ihm der kühne stier.

Des Cerberus gedritten rachen

Wird auch eröffnen dieser fall

Er soll durch ungemeinen schall

Den hof des Pluto wacker machen.

Der schwartze pförtner den die last

Der schweren ketten hat umfast

Wünscht Rodomonten zu empfangen.

Der ärmste fühlt beschwer und pein

Verlangt die freyheit zu erlangen

Und Rodomonten gleich zu seyn.

Nun Rodomont spielt auff dem strande

Da der recht edlen hunde geist

Der grossen wollust sich befleist

In einem wunderschönen lande.

Er rennt und fühlt nicht müdigkeit

Reich an vergnügung arm an leid

Schertzt mit Dianens geilen hunden

Er ist auf bulerey bedacht

Nur diß was ich nicht recht befunden

Ist daß er keine junge macht.