I. Sonnet.

By Martin Opitz

Evch ruff ich erstlich an jhr draymahl drey Göttinnen

Macht aufs daß ewer Brunn vnd Flügelspferde Fluß

Abfliessen her zu mir in mein gemüthe mus.

Regieret meinen Geist regieret meine Sinnen

Daß ich wie ich gern wolt vnd solt je mehr vnd mehr

Erhebe weit vnd breit deß Frawenzimmers Ehr.

Wolan so strecke dich o Feder wohlbekandt

Vnd mache dich an den so hochgeehrten standt

Damit jhr Lob vnd Ruhm so weit mög vmbher fliegen

So weit die Sonne laufft durchs grosse Himmelshauß

Beweise daß sie mit volkommenheit durchauß

Zwar wider den gebrauch den Männern selbst obliegen.