[Ich bin bey Gott in Gnaden]

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Ich bin bey Gott in Gnaden

Durch Christi Blut und Tod,

Was kan mir endlich schaden?

Was acht' ich alle Noht?

Ist er auff meiner Seiten,

Gleich wie er warlich ist,

Laß immer mich bestreiten

Auch alle Hellen-List.

Was wird mich können scheiden

Von Gottes Lieb und Trew?

Verfolgung, Armut, Leiden

Vnd Trübsal mancherley?

Laß Schwerd und Blösse walten,

Man mag durch tausent Pein

Mich für ein Schlacht-Schaff halten,

Der Sieg bleibt dennoch mein.

Ich kan umb dessentwillen

Der mich geliebet hat

Gnug meinen Vnmuth stillen

Vnd fassen Trost und Raht.

Denn das ist mein Vertrawen,

Der Hoffnung bin ich voll

Die weder Drang noch Grawen

Mir ewig rauben sol:

Daß weder Tod noch Leben,

Vnd keiner Engel Macht

Wie hoch sie möchte schweben,

Kein Fürstenthum, kein Pracht,

Nichts dessen was zugegen,

Nichts was die Zukunfft hegt,

Nichts welches hoch gelegen,

Nichts was die Tieffe trägt

Noch sonst was ie erschaffen

Von Gottes Liebe mich

Sol scheiden oder raffen,

Denn diese gründet sich

Auff Jesu Tod und Sterben,

Ihn flieh ich gläubig an,

Der mich sein Kind und Erben

Nicht lassen wil noch kan.