Ich geh' die schlanke Straße

By Max Dauthendey

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

Ich geh' die schlanke Straße,

Es fehlt mir nichts als mein Weib.

Sie hätte zwei Brüste zu geben,

Die Lust zum Sterben und Lust zum Leben;

Es fehlt mir nichts als mein Weib.

Ich geh' durch Wälder aus hartem Holz,

Schnee sitzt am Berg wie blanker Stolz;

O, käme die Schwachheit als Zeitvertreib,

Süß ist in den Armen ein schwacher Leib,

Es fehlt mir nichts als mein Weib.