[Ich schlief, da trat zu meinem Bett der Teufel]

By Georg Friedrich Daumer

Written 1823-01-01 - 1823-01-01

Ich schlief, da trat zu meinem Bett der Teufel,

Der Teufel, wie er lebt und leibt,

Und sprach zu mir: „Du hast wohl ohne Zweifel

Ein Opiat, das süß betäubt?“

Ich sagte: Nein! „So labst du dich an Weine,

Der Feuer in die Glieder geußt?“

Ich sagte: Nein! „Doch ist ein Sänger deine,

Deß Lippe dir wie Honig fleußt?“

Ich sagte: Nein! „So hast du doch ein Weibchen

Das dich mit holdem Reiz beglückt?“

Ich sagte: Nein! „So ist vielleicht dein Täubchen

Ein Knabe, der noch mehr entzückt?“

Ich sagte: Nein! Da hub er auf die Hände,

Ausrufend: „Nein und ewig Nein!

Unglücklicher, schlaf' ewig und ohn' Ende!

Ein Fluch für dich ist wach zu sein.“