Ich trage die Fremde als Stein im Genick

By Max Dauthendey

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

Es springen Ziegen am Straßenrand,

Und Bauern, die Reisbündel in der Hand,

Ziehn unter Mandelbäumen hin.

Der Tag hat sonnigen Arbeitssinn.

Es hocken Verkäuferinnen am Weg

Mit Käufern, versunken in Handelsgespräch.

Und Bambus schattet mit hohem Strauß,

Und Käfige schaukeln am Strohmattenhaus,

Und Kinder spielen am Treppenstein.

Vom nahen Reisfeld glänzt Spiegelschein

Des Wassers, das um die Reisähre steht.

Und eine Kokospalme weht

Und winkt ins blaue Licht hinaus.

Sie alle sind warm und wohl zu Haus.

Nur ich schau' zu mit fremdem Blick

Und trage die Fremde als Stein im Genick.