[Ich trett am Leibe kranck/ bekräncket an den Sinnen]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Ich trett am Leibe kranck bekräncket an den Sinnen

Noch kräncker an der Seel ins neue Lebens-Jahr

Mit Seuffzen denck ich noch was ich für diesem war

Und was ich itzo bin werd ich mit Zittern innen

Das schwache Lebens-Oel in Gliedern will verrinnen

Der magre Leib schickt sich zur dürren Todten-Bahr;

Ist gleich noch nicht so bald des Lebens Ende dar

So muß ich doch stets Fuß ins Sterbe-Land gewinnen.

Gott heile meine Seel und stärcke meinen Leib

Laß unter Creutzes-Last bey Hauß- und Amtes-Sorgen

Dein Wort und dessen Trost seyn meinen Zeit-Vertreib.

Wofern noch Kind und Land mein Leben nützen kan

So friste diß und laß michs nützlich legen an

Wo nicht so hole mich zu dir heut oder morgen.