[Ich trett am Leibe kranck/ bekräncket an den Sinnen]
Written 1672-01-01 - 1672-01-01
Ich trett am Leibe kranck bekräncket an den Sinnen
Noch kräncker an der Seel ins neue Lebens-Jahr
Mit Seuffzen denck ich noch was ich für diesem war
Und was ich itzo bin werd ich mit Zittern innen
Das schwache Lebens-Oel in Gliedern will verrinnen
Der magre Leib schickt sich zur dürren Todten-Bahr;
Ist gleich noch nicht so bald des Lebens Ende dar
So muß ich doch stets Fuß ins Sterbe-Land gewinnen.
Gott heile meine Seel und stärcke meinen Leib
Laß unter Creutzes-Last bey Hauß- und Amtes-Sorgen
Dein Wort und dessen Trost seyn meinen Zeit-Vertreib.
Wofern noch Kind und Land mein Leben nützen kan
So friste diß und laß michs nützlich legen an
Wo nicht so hole mich zu dir heut oder morgen.