Ihre Flur.
Der Abend blüht.
Arkona glüht
Im Glanz der tiefgesunknen Sonne.
Es küsst die See
Die Sinkende,
Von Ehrfurcht schauernd und von Wonne.
Ein grauer Duft
Durchwebt die Luft,
Umschleyert Wittow's güldne Auen.
Es rauscht umher
Das düstre Meer,
Und rings herrscht ahnungreiches Grauen.
O trautes Land!
O heil'ger Strand!
O Flur, die jede Flur verdunkelt.
Flur, deren Schooss
Die Blum' entspross,
Die alle Blumen überfunkelt.
Paart nicht den Schnee
Der Lilie
Die Holde mit der Glut der Rosen.
Die Au', Ein Kranz
Voll Duft und Glanz
Reicht ihr den Preiss, der Tadellosen.
Ihr Ambraduft
Durchweht die Luft,
Und würzet rings die Näh' und Ferne.
Und stirbt das Licht
Des Liedes nicht,
So reicht ihr Nam' einst an die Sterne.
O trautes Land,
O hehrer Strand,
Sey stolz auf deiner Blumen Blume.
Das heil'ge Meer
Und rings umher
Die Inseln huld'gen deinem Ruhme — —
Nacht hüllt den Strand.
Arkona schwand.
Verlodert sind des Spatroths Gluthen.
Das Weltmeer grollt,
Und gluthroth rollt
Der Vollmond aus den düstern Fluthen.