Ihre Flur.

By Gotthard Ludwig Kosegarten

Der Abend blüht.

Arkona glüht

Im Glanz der tiefgesunknen Sonne.

Es küsst die See

Die Sinkende,

Von Ehrfurcht schauernd und von Wonne.

Ein grauer Duft

Durchwebt die Luft,

Umschleyert Wittow's güldne Auen.

Es rauscht umher

Das düstre Meer,

Und rings herrscht ahnungreiches Grauen.

O trautes Land!

O heil'ger Strand!

O Flur, die jede Flur verdunkelt.

Flur, deren Schooss

Die Blum' entspross,

Die alle Blumen überfunkelt.

Paart nicht den Schnee

Der Lilie

Die Holde mit der Glut der Rosen.

Die Au', Ein Kranz

Voll Duft und Glanz

Reicht ihr den Preiss, der Tadellosen.

Ihr Ambraduft

Durchweht die Luft,

Und würzet rings die Näh' und Ferne.

Und stirbt das Licht

Des Liedes nicht,

So reicht ihr Nam' einst an die Sterne.

O trautes Land,

O hehrer Strand,

Sey stolz auf deiner Blumen Blume.

Das heil'ge Meer

Und rings umher

Die Inseln huld'gen deinem Ruhme — —

Nacht hüllt den Strand.

Arkona schwand.

Verlodert sind des Spatroths Gluthen.

Das Weltmeer grollt,

Und gluthroth rollt

Der Vollmond aus den düstern Fluthen.