Ii. Die Wachteln.
Ein unzehlbares Wachtelnheer
Befand sich allbereit am Strande,
Und zielte stündlich über Meer
Nach jenem weitentlegnen Lande.
Eh sie die Reise unternahmen
Verschlückten sie den Bilsensamen,
Wenn sie die Artzeney genommen,
Von ihrer Fettigkeit zu kommen;
Dieweil des Fettes schwere Bürde
Sie sonst am Streichen hindern würde.
Doch hörte man die Jungen zancken,
Die einen sagten: Wir erkrancken,
Wenn wir so viele Tage fasten.
Die andern sprachen: Auszurasten,
Ist auf dem unbegräntzten Meer
Kein Aufenthalt für unser Heer.
Zudem ist unser schwacher Flug
Vom Untergange Vorboths gnug.
Die Alten sprachen: Sorget nicht,
Es dienet euch zum Unterricht,
Daß wir nicht eh von Lande gehen,
Biß daß die guten Winde wehen.
Auch finden wir bey Sturm und Wetter
Jm Meer an allen Orten Blätter,
Auf welche sich die Müden setzen,
Und dieses sonder sich zu netzen.
Es ist uns noch ihr lieben Jungen,
Auf allen Reisen wohl gelungen.
Die kluge Rede fand Gehör,
Sie machten sich gefaßt zur Reise
Und thaten nach der Aeltern Weise.
Jzt gieng der Zug hoch über Meer,
Und sie erfuhren gleich den Alten
Daß Jupiter die gantze Schaar
Vor augenscheinlicher Gefahr
Durch seinen weisen Schutz erhalten.