In das Stammbuch einer Freundin

By Franz Grillparzer

Written 1825-01-01 - 1825-01-01

Das bittere Gefühl, wie arm dies Leben,

Wie ungenügend irdschen Glückes Gunst,

Derselbe Wunsch, das nämliche Bestreben

Gab dich dem Glauben, mich der Kunst.

Ob scheinbar gleich sich unsre Pfade scheiden,

Sie gehn aus einem Punkt in gleiche Fernen, und –

Ist nur die Welt ein abgeschloßnes Rund –

So müssen irgendwo die Linien sich schneiden.