In eben derselben

By Catharina Regina von Greiffenberg

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Ach Herz-erforscher! sieh wie sehr sich meines kränket

wie heisse-qualen strahln und schmerzen-stich eingehn

wie Vnglücks Abgründ dort da grosse Nohtberg stehn

der Thränen Wolkenbruch sein festes Land versenket.

Daß nit der Alten gnad dein Vatter Herz gedenket

und läst ein fünklein nur von seinem Trostliecht sehn!

Ach möcht der freudig Geist mein schmachtig Herz durchwehn!

daß nicht ein tröpflein Er mir des erquicksaffts schenket!

jetzt lischt jetzt lischt es aus es zittert allbereit

die Lebens Geister schon den Herzenssitz verlassen

die Krafft schmelzt sich in Safft dringt durch der Augen strassen.

Ist höchste noht dein ziel so ist es ietzund zeit.

laß deine Hülffe bald eh ich vergeh geschehen.

Wo nicht: laß deine Macht als wie an Lazern sehen!