In Scherben

By Clara Müller-Jahnke

Written 1882-01-01 - 1882-01-01

Die letzte Blume im Gartenbeet,

am Baume das letzte Laub verweht,

des Weines Neige ward trüb und schal –

ein kühner Griff – und es klirrt der Pokal

in Scherben.

Im Herzen die letzte Freude tot,

von Abgrundtiefen der Weg umdroht,

kein Liebesband und kein Freundesblick –

und all mein Sehnen und all mein Glück

in Scherben, in Scherben!

Und Tränen und Sorgen frommen nicht,

wenn der letzte Stab in der Hand zerbricht;

die Lippe glüht und der Quell versiegt –

ein kühner Druck – und das Leben liegt

in Scherben, in Scherben.