I.R.I.F.

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Wer jener Weisen Reis' aus weit entlegnem Ort

zu sehen träget Lust wie sie gen Salem fort

gefolget Flügelschnell dem neuen Wunderstern

der ihnen Weg und Steg bedeutet aus der Fern

der komm' und höre zu wie Klajus solches weist.

Das grosse Himmelsliecht das ewig wird gepreist

für dem das Sonnenrad mit seinem Glantz erbleicht

besagt wie Gottes Sohn sich unserm Fleische gleicht.

Wem anzuschauen liebt das trotzig' Angesicht

Herodes welcher schnaufft nach Greuelhalsgericht

der auf viel tausend Weis' unschuldig Blut vergeust

und den daß er nicht all in Grund zernicht verdreust;

wie manchen zarten Sohn den noch die Mutter kust'

hab dieses Rasers Schwert erwürget an der Brust

zerschmissen angespist geviertelt und zerstükkt:

der komm' und hör es an von Klajus ausgedrükkt.

Wem zu betrachten liebt des Teutschlands Trauerfall

das gleich dem Mutterhertz mit Threnen sonder Zahl

betrübet ungestalt erschwartzet und verwildt

schreit ob Herodis Grimm von neuem angebildt:

der komm und höre zu wie Klajus dieses sagt

und mit Kunstteutschem Vers die Grausamkeit beklagt.

Komt dann wann morgen frü ist Chor und Predigt aus

und alles Christenvolk sich wieder fügt nach Haus.