J rdisches V ergnügen in GOTT . F ünfter T heil.
Nicht weniger gefiel auch mir
Des Buchs-Baums röthlich-grüne Zier,
Auf welchem, da ein jedes Blatt,
Recht wie Orangen-Laub, fast Spiegel-glatt,
Der heitern Sonne helles Licht
Schnell rückwerts strahlt und sich so lieblich bricht,
Daß, mit der grünen Pracht, an manchem Ort, vereint,
Das Kraut, an manchem Ort, versilbert scheint.
Ein lieblich-bitter-süsser Duft
Aus diesem Kraut erfüllt umher die Luft.
So gar durch die Figur, worin man es gesetzet,
Da es bald als ein runder Krantz formirt,
Bald als ein Rahmen, der geviert,
In netter Symmetrie die Garten-Beeten ziert,
Wird unser Aug’ ergetzet.
Diß alles nahm mit einem neuen Schein
Das innerste der Seelen ein.
Die Hofnung, daß der Winter bald vorbey,
Der laue Frühling nahe, sey,
Erfüllt mich zum voraus mit künftigem Vergnügen.
Aus der so oft gesehnen Lentzen-Zier
Stell’ ich mir die zukünftge Schönheit für.
Die Seele scheint sich zu bemühn,
Durch die Erinnerung herbey zu ziehn
Und sonder Gegenwart zu fügen,
Das was noch nicht, mit dem was nicht mehr, ist.