Jagt der Liebe

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Indem du gehest nach durch Feld und Wald den Thieren

Schau ich ob ich ein Wild der Venus fangen kan.

Du redest offt was stumm und ich was taub ist an

Du läst die Grausamkeit ich kühne Freyheit spüren.

Du läst dich einen Hirsch durch Berg und Thäler führen

Mich bringt ein schönes Wild auff unbekannte Bahn.

Du setzest Strick und Netz ich Wort und Reden dran

Wir müssen beyderseits offt Müh und Zeit verlieren.

Wir fragen beyde nichts nach Regen oder Wind

Und wie dich offtermahls die falsche Spur betriegt

So werd' in eitler Furcht und Hoffnung ich gewiegt.

Nur diß ist noch in dem wir unterschieden sind:

Du hast der Mühe Lohn zuweilen schon empfangen

Mir aber ist bißher kein Wild noch eingegangen.