[Jesu/ deine Taffel fliehn]

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Jesu deine Taffel fliehn

Ist die Lebens-Quelle meiden

Solche nicht recht unterscheiden

Ist sich ins Gerichte ziehn

Ohn dich muß die Seele schmachten

Und vergehn ohn Recht betrachten.

Schau ich deine Hoheit an

Und wie niedrig ich zu schätzen

So umgiebt mich ein Entsetzen

Das ich kaum begreiffen kan

Mitten stehn die schwachen Sinnen

Unter Furcht und Hoffnung innen.

HERR erleuchte meinen Geist

Durch die Strahlen deiner Gnade

Daß ich nicht auffs Hertze lade

Was mich ins Verderben reist

Auch mich des nicht mag verzeihen

Was zum Heyl mir soll gedeyen.

Nimmer werd' ich würdig seyn

(Wenn du mich nicht selbst bereitest

Furcht und böse Lust bestreitest)

Dich zu mir zu nehmen ein;

Ich muß in des Todes Schatten

Dein ohn deine Hülff' entrathen.

Doch rufft mich dein Wort zu dir

Du heist alle zu dir kommen

Die mit Schuld sich übernommen

Dieses sagst du auch zu mir.

Gleiche Schuld und gleiches Ruffen

Läst mich gleich Erbarmnis hoffen.

Schick mich aber selber zu

Wie du mich bereit wilt haben

Schencke mir die gutten Gaben

Weil ich selbst nichts Guttes thu

Reu und Glauben Krafft und Willen

Dein Wort besser zu erfüllen.

Laß mich einen Spiegel seyn

Der dein reines Bildnis fassen

Und in sich mag würcken lassen

Deiner Sonne Gnaden-Schein

Daß ich deine Glutt empfinde

Mich zu neuer Lieb' entzünde.