Johann Georg Agricola und Anna Krause

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Vnd so bistu, Bruder Mein,

Gleich wol noch des Sinnes worden?

Wilt nicht länger einsam seyn

Vnd ergreiffst den Heyrath-Orden,

Fängst ein newer Junger-Mann

Recht dis Liebe NewJahr an?

Wie mich dünckt, so thustu wol,

Weil es doch drauff an muß kommen,

Daß man von vns sagen sol:

Der hat Die, die Den genommen,

Vnd die Läng es nicht erträgt,

Daß man sich der Frey entschlägt.

Ich weiß einen, der sich nicht

Zu verändern hat entschlossen,

Aber, Liebe, deine Pflicht

Thut mit jhren Dienstgenossen

Wie das Glück dem Würffelspiel,

Hat vns wie sie haben wil.

Du, O Hertz-Gebieterin,

Kanst vns ändern die Gedancken,

Daß wir von gefastem Sinn

Als die Wetter-Hane wancken,

Sagen: seht, was Liebe macht,

I, das hett' ich nie gedacht.

Gott der Höchste wölle dich

Vnd dein Liebstes Hertz gesegnen,

Er laß auff Euch mildiglich

Lauter Gnaden-Bäche regnen

Vnd was seine reiche Handt

Gutes weiß für diesen Stand.

Mich soll aber jmmerdar

Noch die feste Hoffnung speisen,

Ob das Glück sich dieses Jahr

Mir auch gütig möcht' erweisen,

Vnd gesagt würd' vberein:

Simon Dach soll Bräutgam seyn.