Johann Melhorn und Regina Hoffmeister

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Monde, der du Stern' und Nacht

Zu dem Tantze führst,

Vnd mit vieler Fackeln Pracht

Deinen Reyen zierst,

Tantz, weil dir des Himmels-Feld

Einen Reyen singt,

Vnd wie man es dafür hält,

Tausent-stimmig klingt.

Nur mißgönn' uns jetzund nicht

Dieser Freuden Spiel,

Das biß an das Morgen-Liecht,

Sieht man, wehren wil:

Du hast ewig keine Noht,

Vns ist sie gemein,

Müglich führt dies Morgen-roht

Auch Gefahr und Pein.

Du behältest deine Zier,

Stirbest nimmermehr,

Wie ein Rauch vergehen wir,

Vnsre Lust und Ehr',

Hierumb solst du günstig seyn.

Jugend, steh' in Ruh,

Dieser Braut-Tantz kömpt allein

Den Gepaarten zu.

Ihr geehrten Leute, fort!

Nöhtigt euch nicht viel,

Nicht bemüht umbsonst den Stort

Vnd das andre Spiel.

Alle Fackeln tantzen schon,

Auch der Bräutgam, schawt,

Tantzt mit seiner Tugend Lohn,

Der gezierten Braut.

Wie ihr gebet Hand in Hand

Also, wünsch' ich, sey

Ewer aller Hertz ein Band

Wegen dieser Frey.

Güter können nicht für Zeit

Noch Gewalt bestehn;

Aber Trew' und Einigheit

Mögen nicht vergehn.