Kap Ferrat

By Clara Müller-Jahnke

Written 1882-01-01 - 1882-01-01

Tiefklare Wasser klingen

an den harten hellen Stein.

Sehnsüchtige Winde singen,

der Nebel auf weißen Schwingen

zieht trägen Flugs landein.

Uralte Oliven träumen

auf blühender Felsenflur.

Fern aus verblauenden Räumen

leuchtet in silbernen Säumen

eines Schiffes letzte Spur . . .

„Du tust ein lange Reise,

dein Schiff geht auf den Grund;

fahr' wohl, fahr' wohl –“ und leise

verhallt eine wehe Weise,

verstummt ein Mädchenmund.