Kehraus

By Paul Heyse

Written 1872-01-01 - 1872-01-01

Gib dich drein, Herz, gib dich drein!

Der Tanz muß mal zu Ende sein.

So helle die Geigen,

Die Tänzer so jung,

Sie schwangen im Reigen

Sich nimmer genung.

Nun ächzet die Fiedel,

Nun schnarrt das Fagott

Ein schläfriges Liedel –

So helfe dir Gott!

Gib dich drein!

Gib dich drein, Herz, gib dich drein!

Es bricht einmal die Nacht herein.

Die nebligen Sterne

Mit flackerndem Licht,

Sie blinken so ferne

Und wärmen dich nicht.

Noch dämmert ein Funken,

Im Busen entfacht;

Auch der nun versunken,

Rings gähnet die Nacht.

Gib dich drein!

Gib dich drein, Herz, gib dich drein!

Wer weiß, dich weckt ein Morgenschein.

Du lägest wohl lieber,

Verschliefst immerzu

Das hastige Fieber

Des Lebens in Ruh.

Doch hebt dann aufs neue

Der Tanz sich an,

Tritt keck in die Reihe

Und steh deinen Mann!

Gib dich drein!