Klage .

By Barthold Heinrich Brockes

In einem schönen Blumen-Garten, worin auf einem Blumen- Beet,

In tausendfach gefärbtem Glanz, theils niedrig, und zum Theil

Ein wunderschönes Blumen-Heer, in seiner schönsten Zierde,

Ging

Unachtsam hin und her spatzieren.

So wenig der gefärbte Schmelz, als des Geruchs gewürz-

Vermochten den geschäfftgen Hund, noch minder Chrysidor zu

Sie wußten nichts von ihrer Zierde, nichts von der Balsams-

Ich saß in einer Sommerlaube, sah heimlich beyder Hand-

Betrübte mich, daß aller Schmuck ein Menschen-Herz nicht

Und dachte mit fast bitterm Gram; wie kann doch dieses

Zuletzt gab die Betrübniß mir darüber die Gedanken ein:

Ein Mensch, der seine Pflichten kennt, muß billig über das

Der Menschen, mit den bloß für sie so schön erschaffnen Blu-

Wie viele Menschen gehn, wie Hunde, auch mit

den schönsten Blumen um!

Wie oder soll ich lieber sagen, mit einem Mitleid-vollem Grimm:

Es geht ein Hund, es geht ein Thier,

Mit dem so schönen Schmuck der Erden, den Blu-

men, eben um, als wir?