La Solitaire.

By Barthold Heinrich Brockes

Ein vergnüglich holder Schauer, den man meist in

Grotten kennet,

Dessen kühlen Druck man fühlen, aber nicht beschreiben

kann,

Tritt, beym Eintritt in die Laube, die man

Und an dunkler Einsamkeit sich den Grotten gleicht, uns

an.

Der verwachs’nen Zweige Menge zeugt hier eine grüne

Nacht,

Welche der geschloßne Bogen dunkler und doch schöner

macht.

Wenn wir hier mit, durch die Schatten recht gestärkten,

Augen sitzen,

Und durch die verschränkte Dicke der belaubten Bäume

seh'n,

Wie zuweilen kleine Strahlen an bemooßte Stämme blitzen,

Alle dunkle Schatten trennen, und, durch sie, noch einst

so schön,

Durch den Gegensatz erhaben, recht wie kleine Lichter

steh'n;

Wird es in der Seelen helle. Dieser schönen Lichter

Schein

Senkt sich in das Innerste der gerührten Brust hinein,

Und erleuchtet so den Geist, daß er sich zum Schöpfer

lenket,

In nur Jhm ergebner Ehrfurcht: Daß nur Er uns alles

schenket,

Daß Er aller Schönheit Quelle, voller Dank-Begierde,

denket,

Welches denn aus seinem Herzen manchen frohen Seufzer

preßt,

So, daß er, voll innrer Freude, manch GOtt Lob! erschal-

len läßt.