Leander an den Seladon.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ich zörne darum nicht, daß dieser Musen-sohn,

Als ihn des Phöbus geist so ungemein entzücket,

Auf der geweihten höh des edlen Heliron

Mich in der dichter-zunfft mit keinem aug’ erblicket;

Das aber ärgert mich, daß er dich übersehn,

Und von Floretten selbst aus neid nichts melden wollen.

Denn ist es gleich, mein Freund! um deinen schluß geschehn;

Indem ich mit gewalt zum dichter werden sollen;

So läst Florette mich doch sicher prophezeyn:

Sie werde Seudery, und du ihr bruder seyn.