Lebensschale

By Karl Henckell

Written 1892-01-01 - 1892-01-01

So magst du unerschüttert schweben

Und reichgefüllt im Gleichmaß ruhn,

Du Schale, die mir Gott gegeben,

All Lust und Last hineinzutun.

Wild schwanktest du im Ungewissen,

Hast dich zum Abgrund jäh geneigt –

Nun sei in Licht und Finsternissen,

Die nimmer stürzt noch schwindelnd steigt!